Warum ein Männergesundheitsbuch? – Weil Männer das „schwächere Geschlecht“ sind!
Der Mann - das schwächere Geschlecht? – Für diese Behauptung gibt es eine Reihe von Beweisen. Statistiken zeigen, dass die Lebenserwartung von Männern deutlich kürzer ist als die von Frauen. Der Unterschied hat trotz der medizinischen Erfolge der letzten Jahrzehnte eher zugenommen. Einer Lebenserwartung von 73,5 Jahren bei Männern steht in Deutschland eine um rund 7 Jahre höhere Lebenserwartung bei Frauen gegenüber. Bei fast allen Erkrankungen sind Männer deutlich benachteiligt.

Gehen Sie ins Internet und suchen Sie mit der Suchmaschine Yahoo (www.yahoo.com)Meldungen zum Thema „Women Health“. Es finden sich 27 Kategorien und 1549 Seiten. Beider Frage nach „Men Health“ jedoch tauchen lediglich 10 Kategorien und nur 458 Seiten auf. Das Thema „Mann und Gesundheit“ stellt demnach immer noch ein Randgebiet dar. Zunehmend aber beginnen auch Männer die Zeichen der Zeit zu erkennen. Sie kommen in die Praxis des (Männer-)Arztes, um mit dessen Beratung und u. U. auch Behandlung ihren Elan und ihre Vitalität in den „goldenen“ Lebensabschnitt hinüberzuretten. Dass dies möglich ist, haben viele Untersuchungen und Studien gezeigt. Es kommt nur darauf an, dass man(n) sein Schicksal selbst in die Hand nimmt. Dieses Buch will Ihnen dazu Anstöße vermitteln und Ihr Begleiter sein.
Das älterwerden vollzieht sich ohne eigenes Dazutun und vor allem schneller, als man(n) sich vorstellt. Zwar ist der Wunsch nach Unsterblichkeit so alt wie die Menschheit und heute, zu Beginn des 21. Jahrhunderts, werden die Menschen im Durchschnitt bereits fast doppelt so alt wie noch vor hundert Jahren. Dennoch: „Das Ende des Lebens ist ein Ereignis, das durch definierte Gene gesteuert und deshalb auch ohne Krankheit erreicht wird“. Das „Altern“ an sich ist keine Krankheit, auch kein schicksalhaft unbeeinflussbarer gesetzmäßiger Abbau. Es kann durch planvolles körperliches wie geistiges Training gebremst und mit hoher Lebensqualität ausgestattet werden. Daher ist ein Umdenken erforderlich. Es liegt hauptsächlich an einem selbst, wie man(n) altert. „Gesund alt werden!“ ist das Leitmotiv einer selbstverantwortlichen, zukunftsorientierten Lebensgestaltung.
Was hat „Altern“ mit „Männergesundheit“ zu tun? Die forschende Fachwelt ist sich seit langem darüber einig, dass Männlichkeit eine riskante Lebensform darstellt. Hier die Fakten:
- Die durchschnittliche Lebenserwartung der Männer ist ca.7 Jahre kürzer als die der Frauen.
- In Kliniken für chronisch Kranke ist die Anzahl der Männer doppelt so hoch wie die der Frauen.
- Zwei Drittel der Notfallpatienten sind Männer.
- Männer gehen zu 25 Prozent weniger zum Arzt, wenn sie aber ins Krankenhaus kommen, liegen sie dort um durchschnittlich 15 Prozent länger.
- Drei Viertel aller Freitode betreffen Männer.
- Drei Viertel aller Mordopfer sind Männer.
- Zwei Drittel aller Wiederholer in Schulen sind Jungen.
- Das Verhältnis von Männern und Frauen in Gefängnissen ist 25 : 1.
Gesundheit spielt für viele „harte Kerle“ eine untergeordnete Rolle. Häufig missachten Männer körperliche Warnsignale, und sie sind nur selten bzw. kaum in der Lage zu entspannen. Körperpflege, psychische Hygiene und medizinische Vorsorge gelten bei Männern vielfach als unmännlich. Allein schon der Gang zum Arzt wird als Eingeständnis männlicher Schwäche gewertet, frei nach dem Grundsatz: „Ein richtiger Mann braucht keine Hilfe.“
Das Bewusstsein für richtige Ernährung und gesundes Verhalten ist nur schwach ausgeprägt– schließlich gelten Stärke und Unverletzlichkeit als Attribute von Männlichkeit. Ein Mann sieht seinen Körper als Mittel zum Zweck und ist bereit, höhere Risiken in Kauf zu nehmen, um seiner Rolle im Beruf und Privatleben gerecht zu werden. Ernste Erkrankungen werden dabei erst spät, nicht selten zu spät, erkannt. 12 von 100 Männern sterben am Herzinfarkt. Männer haben mit deutlich höherem Prozentsatz übergewicht als Frauen, aber sie reden nicht darüber. Fast dreimal so viele Frauen im Vergleich zu Männern nutzen die jährlichen kostenlosen Vorsorgeuntersuchungen. Der Krebs der Prostata tritt immer häufiger auf. Männer neigen zu selbstzerstörerischem Verhalten und flüchten nicht selten in Alkohol und Drogen.
Die Rolle des Mannes in der Gesellschaft wandelt sich – „Wann ist der Mann ein Mann? Außen hart und innen ganz weich“ - singt Herbert Grönemeyer. Traditionell männliche Werte, Symbole und Rollen wie Stärke, Geld und Macht erfahren Veränderungen ihres Stellenwertes. Gesundheit, Körperpflege, Mode und Lifestyle sind Begriffe, die inzwischen auch für Männer wichtiger werden. Eben so verändert sich der gesellschaftliche und individuelle Umgang mit Sexualität. Die ernsthafte Beschäftigung mit der männlichen Sexualität abseits aller Machoparolen ist allerdings immer noch ein Tabuthema. Sexualität gehört für beide Geschlechter zum Leben. Sie ist in jedem Alter wichtig und zentral mit Lebensqualität verknüpft. Männer sind in diesem Zusammenhang oft sprachlos, wenn es um ihre Probleme und Nöte geht. Herausragendes Beispiel stellen Erektionsstörungen dar, die mit dem Alter zunehmen und häufig Begleitsymptom von Diabetes und Herz-Kreislauferkrankungen sind. Erektionsstörungen nagen am männlichen Selbstwertgefühl, oft führen sie zu depressiven Symptomen und beeinträchtigen zudem neben dem Mann immer auch seine Partnerin.
Unbestreitbar erscheint daher die Notwendigkeit, Männer aus ihrer speziellen Sprachlosigkeit herauszuführen, ihnen Möglichkeiten aufzuzeigen, wie sie ihr Verhältnis zu ihrem Körper und ihren Umgang damit neu gestalten können, um lange aktiv und fit zu bleiben. Gesundheit gehört nicht zu den Selbstverständlichkeiten unseres Lebens. Man muss etwas tun, um gesund zu bleiben - und man(n) kann sehr viel tun.