Das Herz – der Hochleistungsmotor

Das Herz – der Hochleistungsmotor

Unser Herz ist der Hochleistungsmotor und leistet Schwerarbeit – es schlägt in Ruhe ca. 70-mal pro Minute – 4200-mal pro Stunde – über 100000-mal pro Tag und pumpt dabei ca. 15000 Liter Blut durch den Körper. Herz-Kreislauferkrankungen sind in Europa mit Abstand die häufigsten Todesursachen. 12 von 100 Männern sterben an Herzinfarkt. Das muss nicht sein! Das menschliche Herz ist ein dickwandiger Hohlmuskel, der sich rhythmisch je nach Belastung kontrahiert. Der Herzrhythmus (d.h. der Puls) wird unter anderem von einem Reizleitungssystem geregelt, das einer Vielzahl von psychischen und physischen Einflüssen unterliegt. Damit der Herzmuskel arbeiten kann, ist er auf eine ausreichende Energie- und vor allem Sauerstoffversorgung angewiesen. Bereits in Ruhe braucht das Herz ca. 50 Liter Sauerstoff pro Tag. Die Energie- und Sauerstoffzufuhr erfolgt über die so genannten Herzkranzarterien (Koronargefäße). Verengungen dieser Koronargefäße und Herzrhythmusstörungen führen zu einer Verminderung der Pumpleistung des Herzens und damit zu einer Unterversorgung von anderen lebenswichtigen Organen wie Gehirn, Niere, Lunge usw.

Herzinfakt

Der Herzinfarkt entsteht durch eine Verlegung oder starke Verengung der Herzkranzarterien. In Deutschland sterben daran jährlich ca. 80000 Menschen. Die Engen der Herzkranzarterien (koronare Herzkrankheit) entstehen durch arteriosklerotische Ablagerungen, so genannte Plaques. Seit langem sind die wesentlichen Risikofaktoren für eine koronare Herzkrankheit bekannt: Bewegungsmangel, Übergewicht, Zuckerkrankheit, Rauchen, Bluthochdruck und eine ungünstige Blutfettwertverteilung.Das zu hohe Cholesterin und die so genannten Triglyzeride im Blut spielen nur eine Rolle, wenn eine ungünstige Verteilung von hohem LDL-Cholesterin (eher riskant) zu HDL-Cholesterin (eher schützend) vorliegt. Ein weiterer Risikofaktor besteht, wenn Herzerkrankungen bereits früher in der Familie aufgetreten sind. Männer sind bis zum 75. Lebensjahr weit mehr als Frauen gefährdet, einen plötzlichen Herztod zu erleiden.Häufigkeit der Todesfälle

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Symptome

Brustengegefühl (Angina pectoris) und Luftnot können auf Engen (Stenosen) der Herzkranzgefäße hindeuten und Vorboten für eine Herzinfarkt sein. Typisch sind ebenfalls in den Kiefer und den linken Arm ausstrahlende Brustschmerzen. Die Schmerzen treten keineswegs nur unter besonderer Belastung, sondern in wechselnder Intensität u.U. auch in Ruhe, nach dem Essen oder in der Nacht auf. Der Betroffene spürt eine Minderversorgung durch eine koronare Enge erst, wenn diese mehr als 70 % des Gefäßdurchmessers blockiert. Die vorbestehenden Plaques der Gefäßwände reißen beim Herzinfarkt ein und ein zusätzliches Gerinnsel verlegt die Herzarterie total – das Vollbild eines Herzinfarktes mit starken Schmerzen und Kreislaufversagen ist die Folge. Jeder Brustschmerz bedeutet „Alarmstufe Gelb“ und muss abgeklärt werden. Ein länger dauernder Brustschmerz signalisiert „Alarmstufe Rot“: Sofort ins Krankenhaus – Lebensgefahr!

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Diagnostik und Behandlung

Folgende Untersuchungen geben Aufschluss über den Zustand des Herzens: Blutdruckmessung, Ruhe-EKG, Belastungs-EKG, Herz-Ultraschalluntersuchung, spezielle Herzcomputertomographie (CT), Kernspinntomographie (MRT) und die Herzkatheteruntersuchung. Die Herzkatheteruntersuchung erlaubt neben einer Diagnostik in geeigneten Fällen eine gleichzeitige Behandlung von Herzkranzgefäßstenosen. Engen der Koronargefäße werden dabei z.B. mit speziellen Kathetern erweitert (Dilatationstherapie) oder mit speziellen Röhrchen (Stents) überbrückt. Längerstreckige und schwer zu erreichende Engen müssen nicht selten durch eine so genannte Bypass-Operation überbrückt werden, damit das Herz ausreichend mit Sauerstoff versorgt bleibt. Ist ein Herzinfarkt eingetreten, wird das Gerinnsel nach Möglichkeit sofort mit Medikamenten aufgelöst ( = Lysetherapie). Sofern dies rechtzeitig geschieht und Herzmuskelgewebe noch nicht abgestorben ist, kann ein größerer Herzmuskelschaden verhütet werden.

Gefäße finden sich überall im menschlichen Körper und krankhafte Gefäßveränderungen treten folglich nicht nur am Herzen auf. Aber bei Verengungen der Blutgefäße an einer anderen Stelle bzw. in einem anderen Organ ist das Herz meist auch betroffen. Aus diesem Grund muss bei einer nachgewiesenen Minderdurchblutung z.B. des Penisschwellkörpers mit der Folge einer Impotenz, auch das Herz untersucht werden, selbst wenn noch keine auffälligen Herzsymptome bestehen.

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