Hormone: "Jungbrunnen" und Katalysator
Weitere Hormone:
Altern ist ein unausweichlicher Prozess, dem jeder Mensch vom Augenblick seiner Geburt an bis zum Tod unterworfen ist. Das ungeheuer komplexe und fein abgestimmte Kommunikationssystem der Hormone und Regulationsmechanismen führt, wenn es aus dem Gleichgewicht gerät, wahrscheinlich dazu, dass unser Organismus zu altern beginnt.
Aber auch genetische Faktoren sowie Umweltbedingungen und individueller Lebensstil einschließlich Ernährung spielen eine entscheidende Rolle im Alterungsprozess. Umwelt, Genetik und Hormone sind in ständiger Wechselwirkung. Aus diesem Grund gibt es keine wirklichen Widersprüche zwischen physischer und psychischer Alterung. Neben der altersabhängigen Abnahme der Sexualhormone konnte auch eine deutliche Aktivitätsminderung anderer Hormonsysteme wie z.B. bestimmter Nebennierenrindenhormone (Dehydroepiandrosteron = DHEA) oder Wachstumshormone nachgewiesen werden.
DHEA:
Etwa ab dem 35.-50. Lebensjahr zeigt DHEA eine rasche Konzentrationsabnahme. Dem kommt besondere Bedeutung zu, weil DHEA als "Powerhormon" des Mannes gilt und zudem auch den Alterungsprozess verlangsamen soll. Darüberhinaus hat DHEA eine Reihe positiver Effekte für den Körper: Es stärkt das Immunsystem, wirkt stresshemmend (da es die Ausschüttung des Stresshormons Cortisol verhindert), verleiht Männern mehr Energie und verbessert das geistige Durchhaltevermögen. Insgesamt wird die Gehirnleistung günstig beeinflusst, sowohl die Merk- als auch die Konzentrationsfähigkeit gesteigert und das Wohlbefinden verbessert. Die wissenschaftliche Datenlage für all diese Effekte kann jedoch keineswegs als gesichert gelten. Eine Therapieempfehlung gibt es nicht. DHEA und DHEA(S) werden fast ausschließlich in der Nebennierenrinde gebildet. Wegen seiner Rolle als "Vorläufer" für Androgene (Androstendion, Androstendiol, Testosteron, Dihydrotestosteron) und Östrogene (Östron, 17ß-Östradiol) wird DHEA auch als "Mother-Steroid" bezeichnet.
Wachstumshormon:
Das Wachstumshormon HGH (Human Growth Hormone) wird im Gehirn gebildet und direkt in das Blut entsendet. Auf diesem Weg gelangt es an seine Zielzellen im ganzen Körper und erfüllt dort eine Vielzahl von Funktionen, die im Zusammenhang mit der Regulierung von Wachstums- und Aufbauprozessen stehen. Da sich die Produktion mit zunehmendem Alter vermindert, lassen sich viele Effekte des Älterwerdens zumindest teilweise auf einen Wachstumshormonmangel zurückführen. Ausdrücklich muss betont werden, dass eine "falsche" Substitution zu einem erhöhten Krebsrisiko (= bösartiges Wachstum) und Herz-Kreislauferkrankungen führen kann. Die richtige Menge für eine Behandlung mit Wachstumshormonen zu finden, ist deshalb schwierig, weil die Grenzwerte von Mensch zu Mensch schwanken können. Es gibt noch keine Daten darüber, ob und wann eine Ersatztherapie mit Wachstumshormon sinnvoll ist.
Östrogene:
Je mehr Fettgewebe ein Mann hat, desto mehr Östrogen produziert er. Je dicker ein Mann ist, desto größer daher auch die Gefahr, dass seine Körperformen verweiblichen. Der älter werdende Mann produziert verhältnismäßig zu viele Östrogene. Dementsprechend kann sich eine typisch feminine Fettgewebsverteilung um die Hüften und am Gesäß entwickeln und es kommt zur Gynäkomastie, der Ausbildung einer weiblichen Brustform. Allerdings sind auch beim Mann Östrogene für den Knochenstoffwechsel und wahrscheinlich auch für bestimmte Gehirnfunktionen wichtig. Es kommt auf das richtige Gleichgewicht zwischen Testosteron und Östrogen im Organismus des Mannes an. Eine Behandlung von Männern mit Östrogenen ist nicht sinnvoll, da Männer ihre Östrogene aus Testosteron selbst bilden.
Melatonin:
Melatonin regelt die biologische Uhr, den so genannten zirkadianen (24-Stunden) Rhythmus des Menschen. Bei ungestörtem Schlaf-Wach-Rhythmus schüttet die Zirbeldrüse (Epiphyse) hauptsächlich nachts Melatonin aus, die höchsten Konzentrationen meist nach Mitternacht. Hier liegen die Spitzenwerte bei Dreijährigen über 300 pg/ml, beim jungen Erwachsenen um 80 pg/ml, bei alten Menschen jedoch deutlich unter 30 pg/ml. Das in der Epiphyse produzierte Mikrohormon schützt Zellen und Organe davor, ständig auf Hochtouren zu laufen und ermöglicht Regenerationsvorgänge. Damit ausreichend Melatonin im Körper vorhanden ist, sollte man vor allem auf übermäßigen Alkoholgenuss und Nikotin verzichten. Es gibt noch keine Daten, ob und wann eine Ersatztherapie mit Melatonin sinnvoll ist.
Eicosanoide:
Sie sind an nahezu allen physiologisch wichtigen Vorgängen des Menschen beteiligt. Ihre die Balance unter den Hormonen fördernde Eigenschaft ist wichtig, um das Altern zu verzögern. Sie lassen sich zwar medikamentös nicht zuführen, sind aber beispielsweise in Fisch und Olivenöl enthalten.
