Prostatakrebs

Prostatakrebs

Der Prostatakrebs ist der häufigste bösartige Tumor des Mannes. Er stellt weiterhin die häufigste Krebstodesursache des älteren Mannes ( > 60 Jahre) dar. Aufgrund der höheren Lebenserwartung und der verfeinerten Entdeckungsmethoden wird die Bedeutung des Prostatakarzinoms in den nächsten Jahren weiter zunehmen. Einige Mediziner sprechen daher von einer ”Zeitbombe im Gesäß des Mannes”. Der Häufigkeitsgipfel des Prostatakrebses liegt zwischen dem 60. und 80.Lebensjahr, unterhalb des 40. Lebensjahrs kommt er sehr selten vor. ähnlich wie der Brustkrebs der Frau ist der Prostatakrebs hormonabhängig, d.h. das Wachstum des Prostatatumors kann durch die Geschlechtshormone (vor allem Testosteron) beeinflusst werden. Dies wird in der Behandlung des fortgeschrittenen Tumors ausgenutzt, indem die männlichen Hormone entzogen werden.

Untersuchungen

Die Diagnose eines Karzinoms erfolgt vor allem bei der Austastung mit dem Finger vom Enddarm aus und durch die PSA-Bestimmung des Blutes. In der Austastung fällt ein Prostatakrebs als knotige Verhärtung gegenüber der normalen prallelastischen Prostata auf. Wichtig ist zudem die Bestimmung eines von der Prostata ins Blut abgegebenen Eiweißstoffes, des so genannten prostataspezifischen Antigens (PSA). Das PSA ist bei Vorliegen eines Karzinoms erhöht. Der normale PSA-Wert liegt unter 4 ng/ml, dementsprechend ist ein PSA-Wert über 4 ng/ml bei nicht wesentlich vergrößerter Drüse verdächtig. Zusätzlich wird manchmal vom Enddarm aus eine Ultraschalluntersuchung, die so genannte transrektale Sonographie, durchgeführt. Alle genannten Untersuchungen geben jedoch lediglich Hinweise; die Sicherung der Verdachtsdiagnose kann nur durch die Biopsie erfolgen, die mit einer Hohlnadel über den Enddarm durchgeführt wird. Nur durch die mikroskopische Untersuchung des Gewebes, das bei dieser gering belastenden Punktion entnommen wird, kann die Diagnose ”Prostatakarzinom” gestellt werden. Weiterhin ermöglicht die Biopsie Aussagen über den Ausbreitungsgrad und die Bösartigkeit (Grading) des Tumors.

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Verlauf

Die Erkrankung ist aufgrund der langen beschwerdefreien Zeit tückisch. Die Frühstadien sind weitgehend symptomlos. Erst in fortgeschrittenem Stadium treten - wie bei der gutartigen Prostatavergrößerung - Probleme beim Wasserlassen oder Schmerzen auf. Das Prostatakarzinom kann früh in die Lymphknoten und das Knochengerüst metastasieren, d.h. Tochtergeschwülste setzen. In solchen Fällen handelt es sich allerdings um eine bereits fortgeschrittene Tumorerkrankung. Diese Knochenmetastasen verursachen nicht selten die ersten Beschwerden im Sinne von Rückenschmerzen. Aus diesem Grund muss bei Männern über 50 Jahren mit ungeklärten Rückenschmerzen ein metastasiertes Prostatakarzinom in die diagnostischen überlegungen einbezogen werden. Zum Nachweis von Knochenmetastasen wird neben Röntgenaufnahmen eine nicht belastende nuklearmedizinische Untersuchung, die sogenannte Skelettszintigraphie, durchgeführt.

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&Behandlung

Man unterscheidet beim Prostatakarzinom sehr genau zwischen kurativen (zur Heilung führenden) und palliativen (symptomlindernden, nicht heilenden) Behandlungsverfahren. Je nach Ausdehnung der Geschwulst, Alter und Begleiterkrankungen des Patienten kommen eine operative Behandlung, Bestrahlungen und eine Behandlung mit Geschlechtshormonen oder Gegenhormonen in Betracht. Diese Behandlungen können auch kombiniert eingesetzt werden.

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Operation und/oder Bestrahlung

Bei rechtzeitiger Diagnose besteht durch eine Operation oder eine Bestrahlung des Tumors die Chance zur Heilung. Die Radikaloperation kommt vor allem bei auf die Prostata beschränkten Tumoren in Frage, da nur unter dieser Voraussetzung der Tumor durch eine komplette Entfernung der Prostata der Tumor restlos beseitigt werden kann. Es handelt sich allerdings um einen relativ großen Eingriff, der ein ca. 5%iges Risiko der Inkontinenz (Unfähigkeit den Urin zu halten) und ein ca. 80%iges Risiko der bleibenden Impotenz beinhaltet. Die Rate der übrigen Komplikationen (z.B. Blutverlust, Thrombose) entspricht der anderer großer Operationen. Die Operationstechnik wurde in den letzten Jahren sehr verfeinert und perfektioniert.
Sinnvoll ist eine Radikaloperation nur dann, wenn der Patient aufgrund seines Allgemeinzustandes sowie der Art und Schwere von Begleiterkrankungen noch eine Lebenserwartung von mehr als 10 Jahren aufweist, da es sich beim Prostatakrebs um einen sehr langsam wachsenden Tumor handelt. Ein Patient mit einer kürzeren Lebenserwartung würde durch den Eingriff nicht profitieren. Eine weitere Therapiealternative ist die Bestrahlung (Radiatio) der Prostata. Für die seit ca. 10 Jahren bestehenden neueren Bestrahlungsverfahren sowie für die Brachytherapie (innere Bestrahlung) liegen ebenfalls ermutigende Heilungsergebnisse vor. Wichtig ist, dass für jeden einzelnen Patienten in Zusammenarbeit von Hausarzt und Urologe ein individuelles Therapiekonzept erarbeitet wird. Dabei müssen alle Behandlungsverfahren einbezogen und abgewogen werden.

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Hormontherapie

Bei fortgeschrittenen Stadien oder bei Patienten mit ausgeprägten Begleiterkrankungen ist eine Radikaloperation nicht sinnvoll. Hier setzt man die so genannte Hormonentzugstherapie ein. Ziel der Behandlung ist es, die stimulierende Wirkung des Testosteron auf die Tumorzellen möglichst weitgehend auszuschalten. Die Hormonentzugstherapie erfolgt entweder durch eine operativen Entfernung der Hoden, in denen das Testosteron gebildet wird, oder durch eine so genannte medikamentöse Kastration mittels Tabletten (sog. Antiandrogene oder LHRHAnaloga) oder Spritzen in mehrwöchigen Abständen. Anti-Hormonspritzen werden im Allgemeinen monatlich beim Hausarzt oder Urologen subkutan (unter die Haut) verabreicht. 80 % aller Tumoren sprechen auf den Entzug des Hormons Testosteron für einen unterschiedlichen Zeitraum an. Nicht selten kommt es zu einem zeitweisen Verschwinden von Metastasen. Eine Hormontherapie bewirkt eine komplette Impotenz und stark nachlassende Libido (Geschlechtstrieb). Psychische Veränderungen (z.B. depressive Verstimmung) sind nicht selten. Vorübergehend kann es zu sehr lästigen Hitzewallungen und Schweißausbrüchen kommen. Relativ häufig ist eine Vergrößerung der Brustdrüse zu beobachten, so dass vor Beginn der Hormontherapie eine einmalige wachstumshemmende Bestrahlung der Brustdrüsen sinnvoll ist. Leider hält die durch eine Hormontherapie hervorgerufene Remission (Tumorrückbildung) des Prostatakrebses bei den meisten Patienten nur einige Jahre an, danach kommt es zur erneuten Progression (Weiterwachsen des Tumors und der Metastasen).

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Chemotherapie

Der Prostatakrebs spricht nur sehr schlecht auf eine Chemotherapie an, so dass diese Art der Behandlung, die bei anderen Tumoren (z.B. Leukämien) sehr effektiv ist, hier bisher kaum erfolgreich eingesetzt werden kann. Bei fortgeschrittenen Tumoren ist es jedoch möglich, mit einer niedrig dosierten kontrollierten Chemotherapie Beschwerden zu lindern.

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Vorbeugung

Da die Entstehung des Prostatakrebs im Dunkeln liegt, können keine speziellen Maßnahmen zur Prävention getroffen werden. Einige Studien behaupten, dass eine fett- und fleischreiche Ernährung einen Risikofaktor für das Prostatakarzinom darstellt. Man weiss, dass Prostatakrebs in Ländern mit sehr gemüsereicher Kost seltener auftritt. Weiterhin scheint eine erbliche Disposition ebenfalls von Bedeutung zu sein. Wichtig sind regelmäßige ärztliche Vorsorgeuntersuchungen, um frühzeitig einen Tumor zu entdecken. Die einzige Chance zur Heilung eines Prostatakrebses liegt bisher in der Früherkennung und damit in der Einleitung einer kurativen Behandlung (Radikale Operation, Radiatio). Die bei Männern mangelnde Akzeptanz der Vorsorgeuntersuchung (nur ca. 14 % der Männer gehen regelmäßig zur Vorsorge, dagegen ca. 35 % der Frauen) stellt in diesem Zusammenhang ein großes Problem dar. Die jährliche Vorsorgeuntersuchung wird für alle Männer ab dem 45. Lebensjahr empfohlen. Die PSABestimmung ist im Vorsorgeprogramm der Krankenkassen leider nicht enthalten.

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