Männliche Sexualität: Ein Lebenselixier
Was Man(n) über seinen Penis wissen sollte
Kaum ein anderer Körperteil ist so mit Mythen beladen wie der Penis des Mannes. Als symbolischer Sitz männlichen Selbstbewusstseins, der Potenz und Manneskraft steht der Penis oft im Mittelpunkt männlicher Identität.
Im Gegensatz zu manchen Säugetieren besitzt der Mann keinen Penisknochen als Versteifungshilfe, der das Einführen des Gliedes in die Vagina erleichtern würde. Stattdessen reguliert ein ausgeklügeltes hydraulisches Pumpen- und Ventilsystem den Erektionszustand des Penis.
Das männliche Geschlechtsorgan - Ein komplexes System
Der Penis des Mannes bildet gemeinsam mit Hoden, Nebenhoden, Samenblasen, Samenleiter und der Vorsteherdrüse (Prostata) das männliche Geschlechtsorgan.
Das Glied, der Penis, besteht aus drei Schwellkörpern, die an der Oberseite des Penis paarig, an der Unterseite hingegen einzeln ausgebildet sind. Der untere Schwellkörper bildet die Umhüllung der Harnröhre. Er weitet sich an der Penisspitze aus, um den Peniskopf, die Eichel, zu bilden. Diese wiederum ist (beim unbeschnittenen Mann) von der Vorhaut umhüllt. In der Eichel verlaufen eine große Zahl sensibler Nervenfasern, die für die sexuelle Erregung des Mannes wichtig sind. An der Spitze der Eichel liegt die Harnröhrenmündung, durch die der Urin abfließt und die Samenflüssigkeit ausgestoßen wird. Während der Ejakulation (Samenerguss) ist jedoch die Blase verschlossen, so dass nicht gleichzeitig Urin abgehen kann.
Bei den Schwellkörpern handelt es sich um schwammartiges Gewebe mit zahlreichen Blutgefäßen, die im Erregungszustand stärker mit Blut gefüllt werden. Der Abfluss wird dann gedrosselt: Das Glied wird steif und richtet sich auf.
Erektion - Wie funktioniert das?
Die Erektion (Gliedversteifung) ist von einer Vielzahl sowohl äußerer als auch innerer Faktoren abhängig. Sie wird oft durch erotische Reize ausgelöst, zum Beispiel optische oder taktile (d.h. durch Informationen, die durch Berührung der Genitale oder der so genannten erogenen Zonen übermittelt werden). Reizsignale werden über Nervenbahnen in den Penis gesendet, wo sie als Botenstoff Stickstoffmonoxid (NO) freisetzen. Dieses Stickstoffmonoxid spielt sowohl für die Durchblutung am Herzen als auch im Penis eine wichtige Rolle. Die individuellen Unterschiede sind hierbei sehr groß.
Gliedversteifungen kommen häufig aber auch ohne erotische Reize zustande. Der gesunde Mann hat während des Schlafens in ein- bis eineinhalb-stündlichen Abständen Erektionen. Beim Aufstehen bemerken die meisten Männer die so genannte "Morgenerektion" oder "Wasserlatte".
Für die Gesamtheit des normalen Erektionsablaufs sind sowohl nervliche, hormonelle, arterielle (Blutzufluss) und venöse (Blutabfluss) Faktoren sowie der Aufbau des Penis (Bindegewebe und Muskulatur), zum Teil aber auch geistige (psychische) Faktoren alle zusammen verantwortlich.
Der normale Erektionsablauf kann als eine Reizbeantwortung in Form...
...betrachtet werden, die auf der Grundlage verschiedenster Reize einschließlich seelischer Faktoren entsteht.
Für das Zustandekommen einer normalen Erektion müssen verschiedene Komponenten wie ein Uhrwerk ineinander greifen. Dieser sehr komplizierte Wirkmechanismus ist in der obigen Abbildung sehr vereinfacht dargestellt.
