Wellness und Geist - Fit im Körper und Kopf
Wellness und Geist - Fit im Körper und Kopf
"Stress!" - Einer der Hauptgedanken, wenn man unter Zeitmangel und Leistungsdruck gerät. Sobald man unter Stress steht, läuft im Körper ein immer gleich bleibendes Muster ab. Das Nervensystem wird heftig angeregt und läuft auf Hochtouren. Blutdruck und Herzschlag steigen, es kommt zu Schweißausbrüchen. Eine der stärksten Waffen, die wir zur Verfügung haben, um die Gesundheit zu erhalten und den natürlichen Alterungsprozess zu vermindern, ist die Reduktion von Stress. Denn durch Stress wird ein Hormon produziert, das einen außerordentlichen Alterungsprozess auslösen kann: Cortisol.

Cortisol spielt eine Rolle bei mehr als einem Dutzend degenerativer Krankheiten. Stress an sich ist nicht unbedingt etwas Schlechtes. Der sogenannte "Eustress" (Glücksstress) kann sich auf das Wohlbefinden sogar positiv auswirken, solange es nicht an Erholung mangelt. Sobald die Erholung zu kurz kommt, wird der Stress ab einem gewissen Grad gesundheitsschädigend: Höchste Zeit etwas zu tun, damit aus den eventuell auftretenden Gesundheitsschädigungen keine irreparablen Schäden werden. Die Entspannungsreaktionen lassen sich durch viele unspezifische Reize, Situationen, Gedanken, Medikamente und auch durch Entspannungstechniken auslösen. Hat man solche Entspannungstechniken erlernt, so ist man in der Lage, Entspannungsreaktionen bewusst hervorzurufen. Es gibt viele Möglichkeiten, die beim Abschalten helfen können. Zu den anerkannten Verfahren der Schulmedizin zählen Hypnose, autogenes Training, progressive Muskelrelaxation und Biofeedback. Generell kann man sagen, dass ein hohes Maß an Gelassenheit dem Allgemeinbefinden nutzt und die Leistungsfähigkeit fördert - sowohl im Sport als auch bei der Arbeit.
Es wurde festgestellt, dass sich die Muskulatur in Stresssituationen anspannt und in Entspannungsphasen lockert. Diese Entspannungsreaktion der Muskulatur kann willentlich hervorgerufen werden. Die progressive Relaxation löst bei etwas Übung eine tiefe Ruhe aus; sie ist im therapeutischen und präventiven Bereich anwendbar.
Umfragen beschreiben eine weit verbreitete Sehnsucht nach Ruhe. Die meisten Menschen möchten an freien Tagen vor allem erst einmal ausschlafen dürfen, im Urlaub den Stress des Alltags abbauen.

Vielen Menschen mangelt es an der Fähigkeit, sich zu erholen. Als Grund dafür wird die starke Konsum- und Eventorientierung in der heutigen Gesellschaft angesehen. Etwa zwei Drittel aller Berufstätigen können nach der Arbeit nicht abschalten. Müßiggang sollte daher nicht als "Vertrödeln von Zeit", sondern als "Zeitgewinn für Selbstfindung und Entspannung" genutzt werden. Gesundheitswissenschaftler vertreten sogar die Auffassung, dass regelmäßige Mußestunden Krankheiten vorbeugen und den vorzeitigen Verschleiß des Körpers verhindern.
Wahre Muße, das zweckfreie spielerische Sichtreibenlassen, bei dem Zeit keine Rolle spielt, scheint man neu lernen zu müssen. Hoch geschätzt hat man das schon in der Antike: Sokrates, Cicero und Aristoteles hielten die Muße für den wertvollsten Besitz und nannten sie "Schwester der Freiheit". Muße lässt sich nicht schematisch definieren. Für jeden Menschen bedeutet Muße etwas anderes. Man sollte sich also die Frage stellen, was man am liebsten tun würde, wenn man hier und jetzt völlig frei wäre.

Das wirkliche Leben erfüllt sich nur dann, wenn man die Uhr vergessen darf. In der unten stehenden Übersicht sind einige Hinweise zusammengestellt, wie man zu mehr Zeitwohlstand kommt:
- Seien Sie langsam: Das Schnelle ist nicht notwendigerweise besser als das Langsame. Es ist sinnvoll herauszufinden, wo im Leben Langsamkeit produktiver ist. Durch Nichtstun lässt sich übrigens auch viel Zeit sparen.
- Warten Sie ab: Warten ist nicht immer verlorene Zeit. Häufig spart es Kosten und Energie. Will man den richtigen Augenblick erwischen, muss man warten können.
- Machen Sie Pausen: Nur mit Hilfe von Pausen können wir Einteilungen vornehmen. Durch Pausen lassen sich Anfang und Ende bestimmen. Pausen sind notwendig, um die Orientierung nicht zu verlieren.
- Gehen Sie Umwege: Wer Umwege geht, kann Neues entdecken, kann andere, eventuell produktivere Wege zum Ziel finden. Der Umweg ist der Königsweg zu Kreativität und Innovation.
- Zeit ist nicht in jedem Fall Geld: Nicht jede Aktivität ist auf Heller und Pfennig berechenbar. Die Motivation der Arbeitenden lebt von der Liebe zur Arbeit. Und die Liebe zur Arbeit benötigt andere Zeitmuster als lieblose Arbeit. Der Wert eines Gesprächs lässt sich nicht mit der Uhr messen.
- Investieren Sie gesparte Zeit: Die Zeit, die man durch beschleunigte Abläufe spart, kann man dort nutzen, wo es darum geht, sich mehr Zeit zu nehmen. Wer gesparte Zeit immer nur dazu nutzt, um noch mehr Zeit einzusparen, erzeugt Widerstand , der wiederum viel Zeit kostet.
- Leben Sie rhythmisch: Rhythmen entlasten von der Tyrannei permanenten Entscheidungsdrucks. Flexibilität benötigt rhythmische Arbeits- und Lebensformen, wenn sie nicht zu Orientierungslosigkeit führen soll. Rhythmen verringern Aufwand und Energie.
- Vergessen Sie das Zeitmanagement: Zeitmanagement entlastet nicht vom Zeitdruck. Häufig wächst dieser gerade durch Zeitmanagement. Nur jene, die nicht über Zeit nachdenken, sind frei von Zeitdruck.
- Vergessen Sie die Uhrzeit! Für Fortgeschrittene noch ein spezielles Umlernangebot (es stammt vom Münchener "Philosophen" Karl Valentin): "Schauen Sie morgens, wenn Sie aus dem Hause gehen, auf die nächstliegende Kirchturmuhr und merken Sie sich die Zeit für den ganzen Tag."
- Machen Sie Urlaub vom Zeitdruck: Vergessen Sie, wenn Sie in den Urlaub fahren, als Erstes einmal Uhr und Handy.